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Bedeutungswandel deutscher Verben

Eine gebrauchstheoretische Untersuchung


Autor: Sascha Bechmann
Reihe: Tübinger Beiträge zur Linguistik (TBL)
Band-Nr.: 543
Erscheinungstermin: 13.03.2013
ISBN: 978-3-8233-6797-0
Artikel-Nr.: 16797
Seiten: 400
Lieferstatus: lieferbar
Erscheinungstermin: 13.03.2013





Kategorien:
Sprachwissenschaften | Germanistik | Historische Sprachwissenschaft | Tübinger Beiträge zur Linguistik (TBL) | Neuerscheinungen | März 2013 | Bechmann, Sascha |
Keywords:
Wortbedeutung, semantisch, Sprecherabsicht, sprachliche Realisierung, Bedeutungswandel, deutsch

Verfügbarkeit: sofort lieferbar

64,00 €
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Details

Es geht in dieser Arbeit um die Frage, wie Wortbedeutungen über den absichtsvollen Gebrauch verändert werden und welche strukturellen Veränderungen auf der Ebene der Gebrauchsregel dabei festzustellen sind. Die Herausarbeitung von Bedeutungsparametern, die in Wortbedeutungen semantisch wirksam sind und die wichtige Frage, wie die Binnenstruktur einer Gebrauchsregel durch den Wortgebrauch verändert wird, stehen im Zentrum der Arbeit. Der Wandel deutscher Verben wird analysiert, systematisiert und handlungstheoretisch erklärt. Mögliche Entwicklungspfade deutscher Verben werden nachgezeichnet und als sprachliche Realisierungen zweckrationaler Sprecherabsichten aufgedeckt.

Elke Donalies, Zeitschrift Rezensionen Germanistische Sprachwissenschaft 2013-2

Kundenmeinungen

Innovative Überlegungen zur semantischen Theorie und zum Bedeutungswandel Kundenmeinung von sub rosa
Gesamt
Bedeutungswandel ist ein Phänomen, mit dem sich die linguistische Forschung bereits seit dem 19. Jahrhundert beschäftigt. Dabei liegen bis heute erstaunlich wenige Untersuchungen vor, die ihre Befunde aus der konkreten Sprecherwirklichkeit schöpfen und die dabei semantische Verfahren auf der einen Seite mit pragmatischen Strategien auf der anderen Seite verknüpfen. Die vorliegende Arbeit hat sich genau dies zum Ziel gesetzt und schließt eine seit langem in der Linguistik erkannte Lücke: Mithilfe einer gebrauchstheoretischen Theorie zur Beschreibung von Wortbedeutungen im Allgemeinen deckt der Verfasser die vielfältigen Veränderungen im deutschen Verbwortschatz auf und entwickelt zudem Hypothesen darüber, welche Veränderungen auf der Ebene der Wortbedeutung – also der Gebrauchsregel – zu semantischem Wandel führen können.
Als gebrauchstheoretisch fixierte Untersuchung geht es in der Arbeit um die Frage, wie Wortbedeutungen über den absichtsvollen Gebrauch verändert werden und welche strukturellen Veränderungen auf der Ebene der Gebrauchsregel eines Wortes dabei festzustellen sind. Die Herausarbeitung von sogenannten Bedeutungsparametern, die in der Gebrauchsregel eines Wortes (hier speziell: eines Verbs) semantisch wirksam sind und die wichtige Frage, wie die innere Struktur einer Wortbedeutung durch den zweckrationalen Wortgebrauch verändert wird, sind Desiderate in der linguistischen Forschung (besonders derjenigen, die die Bedeutung eines Wortes als die Regel seines Gebrauchs verstehen) und stehen im Zentrum der Arbeit. Die Herausarbeitung einer Binnenstruktur für Regelformulierungen steht im Fokus der Betrachtung und sie gelingt dem Autor hier eindrucksvoll.
Der Ansatz, den der Autor in dieser Arbeit verfolgt, ist dabei höchst interessant und zugleich innovativ: Dem Verfasser gelingt es anhand zahlreicher Beispiele zu zeigen, dass insbesondere außersprachliche Bedeutungsparameter für den semantischen Wandel von entscheidender Bedeutung sind. Über diesen Ansatz erweitert Bechmann die sogenannte Gebrauchstheorie der Bedeutung in Wittgensteinscher Tradition, präzisiert sie und macht sie und zur empirischen Analyse und Systematisierung von Wandelphänomenen in der deutschen Verbsemantik nutzbar.
Neben der Herausarbeitung von kommunikativ bedeutsamen Parametern der Gebrauchsregel (die auch wortartübergreifend von Nutzen sind) und der dadurch leistbaren Klassifizierung von Verben nach ihren pragmatischen Nutzungsmöglichkeiten, werden auch grammatisch-syntaktische Veränderungen in einen Bezug zu semantischem Wandel gestellt. Daneben widmet der Verfasser ein eigenes Kapitel der Frage, inwieweit kulturelle und/oder soziale Veränderungen am Bedeutungswandel bei Verben beteiligt sind und welchen Zusammenhang man zwischen der Verwendungsfrequenz eines Wortes und der Fähigkeit zu semantischem Wandel vermuten kann.
Als Quintessenz der Arbeit werden mögliche Entwicklungspfade für deutsche Verben nachgezeichnet und als sprachliche Realisierungen von zweckrational bestimmten Sprecherabsichten aufgedeckt. Dabei zeigt sich, dass die Ebene der Wortbedeutung mit der Ebene der Sprecherabsichten semantisch gekoppelt ist und dass diese Kopplung über die Wirkung semantischer Parameter bestimmt wird. Insbesondere die erzielten empirischen Ergebnisse tragen – nicht zuletzt durch die sorgfältige Begründung am sprachlichen Material – zu dem erheblichen Erkenntnisgewinn bei, den die Lektüre dieser Arbeit jedem verständigen Leser verschafft. Der Verfasser argumentiert durchgehend sehr gründlich, sehr systematisch und versteht seine Position stets sehr überzeugend zu begründen.
Die Befunde der Arbeit leiten sich aus einer empirischen Analyse mithilfe einer Korpusuntersuchung ab und orientieren sich damit an Beispielen aus der konkreten sprachlichen Wirklichkeit im Deutschen. Die Arbeit ist dadurch sehr gut lesbar und erfordert zwar ein fundiertes linguistisches Basiswissen, ist aber auch für Studienanfänger und interessierte Laien gut geeignet. Die einzelnen Kapitel lassen sich isoliert lesen, da jedem Kapitel ein zusammenfassendes Fazit angefügt ist. Insbesondere die ersten Kapitel lassen sich gut als separate Einführungen in die Thematik „Bedeutungswandel“ lesen. Durch die sinnvolle Aufteilung in einen allgemeinen und einen speziellen Teil ist das Buch gut strukturiert und eignet sich auch denjenigen, die sich nur für Teilaspekte des Bedeutungswandels bei Verben interessieren.
Zwar schöpft der Verfasser seine Befunde aus dem deutschen Verbwortschatz, allerdings scheinen mir die zentralen Ergebnisse sowohl wortart- als auch sprachübergreifend erklärungsadäquat. Daher kann ich dieses Buch jedem interessierten Leser uneingeschränkt empfehlen, der sich mit dem Phänomen Bedeutungswandel vertraut machen möchte.
(Veröffentlicht am 20.03.13)

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