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Historische Syntax des Deutschen

Eine Einführung. Unter Mitarbeit von Oliver Schallert


Autor: Jürg Fleischer
ISBN: 978-3-8233-6568-6
Artikelnr.: 16568
Seiten: 359
Einband: kartoniert
Auflage: 1. Auflage
Erscheinungstermin: 06.10.2011





Kategorien:
Sprachwissenschaften | Deskriptive Linguistik | Germanistik | Historische Sprachwissenschaft | Lehrbücher | narr studienbücher |
Keywords:
Deutsch, Historische Syntax des Deutschen, Kasus, Kasussyntax, Kongruenz, Nomen, Sprachkontakt, Sprachstufen, Syntax, Wortstellung

Verfügbarkeit: sofort lieferbar

24,90 €
inkl. 7% MwSt., zzgl. Versandkosten

Details

In dieser Einführung werden zentrale Phänomene und Probleme der historischen Syntax des Deutschen behandelt. Da ältere Sprachstufen nur über schriftliche Dokumente zugänglich sind, kommen Fragen der Methodologie und der Interpretation von Quellen ausführlich zur Sprache. Den Kern bildet die Darstellung einzelner syntaktischer Entwicklungen (u.a. Kasussyntax, Kongruenz, Wortstellung). Ausführlich thematisiert wird auch die Erklärung syntaktischen Wandels, wobei externe Ansätze (Normierungen, Sprachkontakt) ebenso zu Wort kommen wie interne (funktionale und formale Erklärungen).

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Kundenmeinungen

Gelungene Einführung in die historische Syntax des Deutschen Kundenmeinung von Onomast
Gesamt
Jürg Fleischer und Oliver Schallert, zwei Marburger Sprachhistoriker, legen in der Reihe narr Studienbücher eine Einführung in die historische Syntax des Deutschen vor, also die Lehre vom Satzbau. Konzipiert ist dieses Buch ganz ausdrücklich nicht für Studienanfänger, sondern "für fortgeschrittene Bachelor- und für Master-Studierende", wie es im Vorwort auf S. 5 heißt. Begründet liegt dies u. a. darin, dass gewisse Voraussetzungen für eine zielführende Beschäftigung mit den Inhalten dieses Buchs notwendig sind, etwa Kenntnisse der Satzlehre sowie der älteren Sprachstufen des Deutschen, insbesondere des Althochdeutschen, sind es doch gerade zahlreiche Beispiele dieser Sprachstufe, die zur Veranschaulichung herangezogen werden.

Auf die doch für eine solche spezielle Einführung 359 Seiten entfallen etwa 50 auf den ersten Teil, der mit 'Methodologie' überschrieben ist und sich in die Kapitel 'Übersetzungstexte', 'Poetische Texte', 'Überlieferungs- und Editionsprobleme' sowie 'Quantitative und qualitative Aspekte' unterteilt. Der zweite, 'Phänomene' benannte Teil hat es mit dem Folgenden zu tun: 'Kasussyntax: das Schicksal des Genitivs', 'Entwicklungen im Bereich der Kongruenz', 'Entstehung periphrastischer Verbalformen', 'Die Entwicklung der Verbstellung', 'Der Ersatzinifinitiv', 'Die Entwicklung des Subjektpronomens', 'Das expletive es' sowie 'Die Negation'. Der abschließende, 'Erklärungen' überschriebene Teil, eröffnet Möglichkeiten zur Auseinandersetzung mit den folgenden Kapiteln: 'Präskriptive Normierungen', 'Sprachkontakt', 'Funktionale Erklärungen', 'Formale Ansätze' und 'Optimalitätstheoretische Ansätze', wobei sich für die beiden letzten Kapitel - genauso wie für das Kapitel zum Ersatzinfinitv - Oliver Schallert als Verfasser verantwortlich zeichnet, für die übrigen Jürg Fleischer.

Nehmen wir ein Kapitel, das erste aus Teil I: Methodologie, etwas näher in den Blick. Es ist Übersetzungstexten gewidmet und gliedert sich in die Unterkapitel 1. 'Zur althochdeutschen Überlieferung', 2. 'Syntaktische Strukturen im althochdeutschen Tatian', 2.1 'Übersetzungssyntax: Übernahme lateinischer Konstruktionen', 2.2 'Umstellungen und Ergänzungen', 2.3 'Zur Erklärung der Übernahmen und Abweichungen', 2.4 'Zur Methodologie der Tatian-Syntax' sowie 3. 'Übersetzungssyntax in späterer Zeit' und schließlich einige Literaturhinweise.

Wie jedem Teil dieses Buchs ist auch diesem ein Abstract vorangestellt, in dem in gebotener Kürze vorgestellt wird, worum es im Folgenden gehen wird und worin die Legitimation des jeweiligen Teils besteht. Hier heißt es etwa: "Häufig gibt es keine 'guten', d.h. für die syntaktische Forschung uneingeschränkt geeigneten Quellen. Das bedeutet, dass man sich mit den Problemen der existierenden Quellen auseinandersetzen muss und methodologische Zugänge zu ihrer Auswertung entwickelt" (S. 33).

Nun zum Inhaltlichen: Anhand des althochdeutschen Tatian, einer der hervorragenden althochdeutschen Quellen, werden die Übersetzungstexte und damit verbundene Probleme wie etwa die Übernahme syntaktischer Strukturen der Ausgangssprache erläutert, hier des Lateinischen. Nach kurzen, aber zugleich prägnanten und informativen Ausführungen zur althochdeutschen Überlieferung geht es alsbald um die syntaktischen Strukturen im althochdeutschen Tatian. Vorgestellt wird zunächst die Besonderheit des Textes samt Ausschnitten aus dem Cod. Sang. 56 zur Veranschaulichung auch des graphischen Aspekts der Bilingue, um dann zur Syntax selbst zu kommen, indem auf verschiedene Phänomene wie die Übernahme lateinischer Konstruktionen eingegangen wird, etwa des lateinischen Ablativus absolutus. "Die althochdeutsche Struktur", so heißt es, "gibt die lateinische […] genau wieder" (S. 39), wobei der Kasus im Althochdeutschen ein anderer, nämlich der Dativ, ist. In der Diskussion dieses Phänomens, des althochdeutschen Dativus absolutus, stellt Fleischer argumentativ durchdacht heraus, "dass es sich hier um eine aus dem Latein übernommene Struktur handelt, die sich kaum über althochdeutsche Übersetzungstexte hinaus verbreitet hat […]. Sie war im gesprochenen Althochdeutschen wenig üblich, obwohl sie uns in manchen althochdeutschen Übersetzungstexten, unter anderem im Tatian, sehr häufig begegnet" (S. 41). Einzig die These, dass es sich um eine unübliche Struktur gesprochenen Althochdeutschs handelt, bleibt unkommentiert, obwohl doch gerade hier zu fragen wäre, inwiefern wir überhaupt Aussagen über gesprochenes Althochdeutsch machen können. In einigen Schlussbemerkungen werden die Erkenntnisse leserfreundlich zusammengetragen. In summa darf das hier vorgestellte Kapitel für das ganze Buch insofern als exemplarisch gelten, als der Aufbau der Kapitel sich ebenso gleichen wie die innere Struktur derselben.

Neben den deutlich vom übrigen Text hervorgehobenen Beispielen, zahlreichen Tabellen, Übersichten und einigen Abbildungen mangelt es doch an für ein Studienbuch wünschenswerten Lesehilfen wie etwa Fettdruck für zentrale Begriff, die eine raschere Orientierung im Text ermöglichten. Als diesbezüglich gelungenes Beispiel darf der Titel 'Namen. Eine Einführung in die Onomastik' in derselben Lehrbuchreihe gelten. Hier wie dort fehlt es allerdings an einem Register, mit dem ein gezielterer Zugriff denkbar schneller möglich wäre; dennoch ist das Buch im Ganzen gut lesbar und verständlich, wenn auch das eingangs notwendige Rüstzeug in Form sprachwissenschaftlichen Grundwissens vorhanden sein sollte.

Das Buch kann trotz dieser kleinen Mängel, die als Wünsche für eine vielleicht folgende Auflage gesehen werden sollen, empfohlen werden, sodass hier mit gutem Gewissen vier von fünf Sternen vergeben werden können. (Veröffentlicht am 17.02.13)
Sehr gute und empfehlenswerte Einführung in die historische Syntax des Deutschen Kundenmeinung von Julia K.
Gesamt
Allgemeines:
Das Buch gliedert sich in drei größere, aufeinander aufbauende Teilbereiche. Zunächst wird im Teil "Methodologie" anhand der Textsorten Übersetzungstext und poetischer Text auf Unwegsamkeiten und Besonderheiten eingegangen, die sich bei der Beschäftigung mit der Syntax historischer Sprachstufen des Deutschen ergeben. Am Ende dieses ersten Teils steht ein Kapitel zu quantitativen und qualitativen Entwicklungen - damit wird Bezug zu aktuellen Trends in der historischen Sprachwissenschaft, nämlich die verstärkte korpuslinguistische Arbeit, genommen. Besonders dieses Kapitel kann dazu dienen, Studierenden Ideen und Anregungen für mögliche eigene Projekte - sei es für Haus- oder Abschlussarbeiten - zu geben. Im zweiten, umfangreichsten Teil des Buches werden schließlich einzelne syntaktische Phänomene herausgegriffen. Das Buch verfolgt damit weniger den Ansatz, in chronologischer Weise vom Althochdeutschen bis zum (Früh-)Neuhochdeutschen vorzugehen, wie es in anderen Einführungen zur historischen Sprachwissenschaft üblich ist; stattdessen werden acht verschiedene grammatische Phänomene (u.a. "Entwicklungen im Bereich der Kongruenz", "Die Entwicklung der Verbstellung" sowie "Negation") herausgegriffen und in sich geschlossen behandelt. Jedes dieser acht Unterkapitel schließt mit Literaturhinweisen, die auf klassische und aktuelle Arbeiten zum Thema verweisen. Damit wird ein sehr guter Einstieg in die Forschungsliteratur gewährleistet, der bspw. Studierenden bei der Vorbereitung von Referaten sehr hilfreich sein kann. Den letzten, aber nicht minder interessanten Teil, bildet das Großkapitel "Erklärungen", dass einen Überblick über verschiedene Erklärungsansätze zum syntaktischen Wandel bietet. Dabei werden neben externen Faktoren wie Sprachnormierung und Sprachkontakt v.a. Ansätze bekannter syntaxtheoretischer Richtungen vorgestellt (funktionale, formale und optimalitätstheoretische Ansätze). Vor allem in diesem Kapitel geht das hier vorliegende Buch weit über das Maß bisheriger Einführungen in die historische Sprachwissenschaft hinaus und schafft einen echten Mehrwert.

Didaktischer Aufbau:
Die einzelnen Kapitel des Buches enthalten zahlreiche (v.a. althochdeutsche) Beispiele, so dass die einzelnen Problemfelder anschaulich dargestellt sind. Zusätzlich zum Buch können unter www.narr.de/historische_Syntax Aufgaben heruntergeladen werden. Diese ermöglichen es auch, unabhängig von einem Kurs (bspw. im Selbststudium) die eigenen Fortschritte zu überprüfen und das angelesene Wissen anzuwenden.

Geeigneter Studienabschnitt:
Laut dem Vorwort der Verfasser ist das Buch für "fortgeschrittene Bachelor- und Masterstudierende" konzipiert. Für das Verständnis des Buches sind daher Kenntnisse, die in einem Einführungskurs zur synchronen und diachronen (deutschen) Sprachwissenschaft erworben wurden, hilfreich. Dennoch werden Fachtermini auch noch einmal kurz erläutert, so dass Studierende dieses Buch auch ohne ständiges Nachschlagen in anderer Literatur benutzen können.

Typographische Gestaltung:
Die typographische Gestaltung des Buches ist klar und übersichtlich gehalten; Beispiele heben sich klar vom Fließtext ab. Leider wurden innerhalb des Fließtextes zentraler Begriffe nicht durch Fettdruck o.ä. hervorgehoben; ebenso gibt es keine Schlagwörter am Seitenrand (margin notes), die den Lehrbuchcharakter des Buches noch verstärkt hätten. Schade und nicht nachvollziehbar ist, dass es am Ende des Buches kein Sachregister gibt, so dass ein gezieltes Nachschlagen nicht möglich ist. (Veröffentlicht am 27.10.12)
Umfangreiche Einführung mit historischen Quellen Kundenmeinung von Jochen S.
Gesamt
Aus der Reihe ‚narr studienbücher‘ stammt die 2011 veröffentlichte Einführung „Historische Syntax des Deutschen“ von Jürg Fleischer und Oliver Schallert. Neben einer Einführung in das Thema gliedert sich das Buch grob in die drei Teile ‚Methodologie‘, ‚Phänomene‘ und ‚Erklärungen‘ und ist mit ca. 350 Seiten recht umfangreich gehalten.
Dementsprechend werden auch zahlreiche Phänomene der deutschen Syntax aus historischer Perspektive beobachtet, wobei das Buch genug Stoff für eine ‚einsemestrige Veranstaltung‘ (siehe Vorwort) bietet. Eine begleitend zum Buch erstellte Webseite enthält Übungsaufgaben zu den einzelnen Kapiteln (www.narr.de/historische_Syntax).
Es geht im Wesentlichen mehr um die sog. „diachrone Sprachwissenschaft“ als um die „synchrone“. Viele Beispiele stammen aus der Bibelübersetzung, dem althochdeutschen ‚Tatian‘ und aus anderen historischen Quellen. Im Hauptteil (Teil 2) kommt unter anderem der Rückgang der Verwendung von verschiedenen Formen des Genitivs zur Sprache. Weitere Themenfelder sind die Pluralbildung, verschiedene Perfektformen, Dialektvarianten oder die Entwicklung der Verbstellung.
Im letzten Teil (Erklärungen) stellen die Autoren verschiedene Erklärungsansätze für Syntaxwandel bzw. Sprachwandel vor. Dabei kommen externe Faktoren wie der Kontakt zu anderen Sprachen zur Untersuchung, aber auch neuere Syntaxtheorien wie die ‚Generative Grammatik‘ und die (etwas jüngere) ‚Optimalitätstheorie‘ werden als interne Faktoren vorgestellt. Insbesondere der Abschnitt über die Generative Grammatik setzt aber teilweise schon Kenntnisse in der Syntaxtheorie voraus.
Das Buch ist inhaltlich gut gegliedert und bietet am Ende der Kapitel zahlreiche Literaturhinweise für ein weiteres Studium an.
(Veröffentlicht am 27.10.12)
Informativ, könnte aber besser sein. Kundenmeinung von Angela Hoppmann
Gesamt
Da es mein erstes narr Studienbuch ist, kann ich gewisse Punkte nicht mit anderen ähnlichen Werken vergleichen, mir ist allerdings sofort aufgefallen, dass das Buch keine besonderen Formatierungen beinhaltet. Die Beispiele (gut gewählt) sind zwar hervorgehoben, aber ansonsten werden zentrale (Fach-)Begriffe nicht fett oder kursiv markiert, so dass der/die Leser/in eher Mühe hat, das Buch gezielt nach bestimmten Bereichen abzusuchen. Leider ist auch das Nachschlagen nicht möglich.

Allerdings ist eine gute Leserführung vorhanden, so dass schnell klar wird, wie das Werk aufgebaut ist. (Diese Gliederung erscheint mir durchaus sinnvoll.) Nach einer Einführung kommt ein erster Teil zur Methodologie, dann ein zweiter Teil zu den Phänomenen und zuletzt ein dritter Teil mit Erklärungen. Alle Unterkapitel sind sehr ausführlich und sprechen vor allem fortgeschrittene Studierende an. Die vorausgesetzten Kenntnisse über das Althochdeutsche sind etwas problematisch, da der Schwerpunkt im Studium nicht selten beim Mittelhochdeutschen liegt. Der Klappentext ist etwas irreführend, weil erst davon ausgegangen wird, es handle sich beim Studienbuch um ein Werk für "Anfänger".
Die Literaturhinweise sind hilfreich und ermöglichen eine Vertiefung in bestimmte Gebiete. Auch sind weitere Materialien online zugänglich, so dass erste "Experten" auf jeden Fall auf ihre Kosten kommen werden.

Das Werk bekommt von mir nur drei Punkte. Abzüge habe ich wegen des Layouts gemacht und weil das Buch nicht so ganz das war, was ich mir zu Beginn erhofft hatte. (Veröffentlicht am 27.10.12)

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